Die TTSC-Rennserie

(Tamiya-Tourenwagen-Spezial-Championship)

 

Die TTSC-Rennserie wurde 1997 von Ralf Müller und Jürgen Becker als Alternative zu den 1/8 Verbrenner-Off-Road-Fahrzeugen ins Leben gerufen. Es sollte eine RC-Modellrennserie werden, die auch für Jugendliche mit begrenztem Taschengeld bezahlbar ist und durch ein eng gehaltenes  Reglement Chancengleichheit bietet.

18 Teilnehmer nahmen im Februar `97 beim ersten Lauf der TTSC-Meisterschaft teil. In der fünften Saison im Jahr 2001 wollten beim ersten Lauf 74 Fahrer teilnehmen, leider waren nur 64 Startplätze in der Mehrzweckhalle vorhanden.

 

Die  ferngelenkten Autos der TTSC-Meisterschaft sind Fahrzeugen aus dem normalen Straßenverkehr oder der Rennstrecke nachempfunden. Die Cars werden über pistolenähnlichen Fernsteuerungen gelenkt, welche mit einem kleinen Lenkrad ausgerüstet sind. Die Autos sind alle im Maßstab 1/10 gehalten, also ca. 40 cm lang und fast 20 cm breit. Sie werden über wiederaufladbare Akkus mit einem Elektromotor angetrieben. Es sind laut Reglement nur Autos der japanischen Firma Tamiya zugelassen. Es gibt verschiedene Chassis mit Front-, Heck- und natürlich Allradantrieb. Die Karosserievielfallt ist sehr groß, da fährt ein Rover Mini Cooper gegen einen Mclaren Sportwagen oder einem Opel Astra DTM.

 

Reglement:

Durch das Reglement sind außer den Chassistypen auch noch die Reifen, Motoren und Tuningteile festgelegt. Es dürfen an den Fahrzeugen nur original Tamiya Ersatzteile eingesetzt werden. Die Motoren sind auf 3 verschiedene Tuning-Motoren beschränkt, von denen der teuerste 69,- DM kostet. Alle Motoren sind verplombt, dass das Innenleben nicht gegen ein leistungsfähigeres getauscht werden kann. Auch das Gewicht der Fahrzeuge ist festgelegt. Es muß für Rennwägen mit Allradantrieb mindestens 1500 Gramm betragen.

Spezielle preistreibende Tuningmaßnahmen, wie Reifenheizdecken oder elektronische Traktionskontrollen sind nicht erlaubt. Die einzige Möglichkeit, die Fahrer mit großem Budget noch haben, ist es sich speziell ausgesuchte Akkus zuzulegen, die etwa 3-5 % mehr Leistung bringen. So ein Akku kostet aber auch gleich das doppelte oder gar dreifache wie ein Standarttyp.

Schon serienmäßig aus dem Baukasten kann ein jeder Fahrer verschiedene Einstellungen an den Fahrwerken der Rennwägen einstellen. So können z. B. die Kolbenplatten der Öldruckstoßdämpfer ausgetauscht werden, die Federvorspannung der Dämpfer oder die Übersetzung des Getriebes geändert werden. Natürlich können auch wie beim echten Auto Spur und Sturz der Räder eingestellt werden.

Alle Tourenwägenbausätze von Tamiya verfügen über echte Differenzialgetriebe, die teilweise auch noch eingestellt werden können.

 

Vor allem wegen dieser  faszinierenden Technik nehmen sogar noch 40-jährige Familienväter die Herausforderung an und greifen an den Rennsonntagen noch selbst ins kleine Lenkrad. Sehr oft sind sie als Boxencrew für ihre Sprösslinge tätig.

Aber auch vom zuschauen bekommen Kinder und Jugendliche spielerisch Einblick in die Technik der großen Autos, und helfen schon mit sechs Jahren beim Reifenwechsel an Ihren eigenen Rennauto.

 

Kosten:

Bei den TTSC-Rennsonntagen nehmen durchschnittlich über 50 Fahrer mit Ihren Rennmodellen an der Veranstaltung teil. Über die Hälfte davon ist unter 18 Jahre alt, ein Zeichen dafür, dass die TTSC-Meisterschaft auch wirklich vom Taschengeld bezahlbar ist. Ein kompletter Rennstall inklusive Auto, Fernsteuerung, Akkus, Ladegerät, Reifen und Zubehör kostet ca. 600,- bis über 1000,- DM. Wobei man mit einem Anfangsbudget von 1000,- DM schon im vorderen Drittel mitfahren kann, wenn das nötige fahrerische Talent da ist sogar unter die ersten Drei. Durch das sehr streng gehaltene Reglement und die dadurch sehr ähnlichen technischen Voraussetzungen ist das fahrerische Können natürlich sehr wichtig. Viel Übung auf der heimischen Straße vor dem Haus um ein paar mit Sand aufgefüllte Margarinedöschen bringt aber schnell Besserung. Das Training vor dem Rennen ist sehr wichtig, nur eine kleine Unkonzentration beim Fahren kann zu einem fatalen Crash führen. Schließlich werden die kleinen Renner mit den Tuningmotoren auf Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h beschleunigt, und das in weniger als 3 Sekunden. Ist einmal die Grundausstattung gekauft halten sich die laufenden Kosten in Grenzen. Lediglich die Reifen müssen regelmäßig getauscht werden. Ein neuer Satz Reifen hält je nach Fahrweise ein bis zwei Rennen stand und kostet mit Felgen ca. 40,- DM. Sollte durch Unfall oder natürlichen Verschleiß ein Teil des Autos kaputt gehen, dann ist das kein Problem, jedes Teil kann jederzeit nachgeordert werden. 

 

Rennen:

Wirklich Interessant werden diese High-Tech-Racer natürlich erst im direkten Vergleich mit anderen Fahrern. Im Jahr 2001 werden sechs TTSC-Wertungsläufe ausgetragen. Drei von diesen Rennen werden in den Wintermonaten in Mehrzweckhallen ausgetragen und drei werden auf geteerten Plätzen  veranstaltet.

Die Rennstrecken in der Halle sind zwischen 8x20 und 12x20 Meter groß und mit Nadelfilzteppich ausgelegt um den Hallenboden nicht zu verschmutzten. Im Freien werden, wie auch in der Halle, lackierte Holz-Streckenbegrenzungen ausgelegt um  eine eindeutige Steckenführung aufzuzeigen. Die Stecken im Freien sind je nach Platzangebot etwas größer als in der Halle, und können überall aufgebaut werden, wo ebener Teer ohne Rinn- und Bordsteine sind. Alle Rennen werden in der Umgebung von Schweinfurt ausgetragen, zwei sogar direkt in Schweinfurt.    

 

Rennablauf:

An einem Renntag treffen sich die Fahrer schon früh um 8.00 Uhr, um ihre Boxen (ein kleiner Tisch mit Stuhl) im Fahrerlager aufzustellen. Nach einer Fahrer- besprechung, bei der die Teilnehmer über den Ablauf des Tages informiert werden, beginnt das Training.

Eingeteilt in 8-10 Mann-Gruppen haben die Fahrer in zwei Fünf-Minuten-Sitzungen die Möglichkeit sich und Ihr Fahrzeug auf die Strecke einzustellen.

 Nach diesem kontrollierten Training fahren die Teilnehmer in Ihren Gruppen je drei Gezeitete Vorläufe. Diese Vorläufe sind etwa gleichwertig mit dem Zeittraining in der echten Formel 1. Nach Ende eines jeden Vorlaufdurchganges wird eine Gesamtrangliste erstellt auf der jeder Fahrer ablesen kann auf welchen Platz er im Moment steht. Nach drei absolvierten Vorläufen, von denen nur zwei gewertet werden, werden die Fahrer nach der letzten Rangliste auf die einzelnen Finale aufgeteilt. Die besten 8 Fahrer kommen ins A-Finale, die nächsten 8 ins B-Finale usw.. Die Finale werden dann zwischen ein und dreimal gefahren, wobei die besseren Finale öfter fahren.

Die einzelnen Teilnehmer der Finale können sich nur noch innerhalb Ihrer Finalgruppe verbessern oder verschlechtern. Ein Fahrer der nach der letzten Vorlaufrangliste auf Platz elf geführt worden ist, startet im B-Finale von Startplatz drei und kann wenn er in jedem Finale ausfällt nur noch letzter im B-Finale werden, also bei acht B-Finalisten Sechzehnter.

Am Ende eines Renntages werden alle Teilnehmer mit einer Urkunde belohnt, und die besten der jeweiligen Finalläufe bekommen einen Pokal oder einen Sachpreis.

 

Zeitnahme:

Die Zeitnahme und die Rundenauswertung wird bei jedem Rennen von einer elektronischen Zeitnahme übernommen, die genauso funktioniert wie bei der großen Formel 1. In jedes Fahrzeug muß vor jedem Lauf ein kleiner Sender (Transponder) eingebaut werden, der während des Rennens bei jeder Runde ein Signal an einen PC gibt. Auf diesem Rechner werden die Runden mit Zeiten und Rückständen dann angezeigt und nach dem Lauf ausgewertet. Die komplette Zeitnahme für die kleinen Racer kostet über 8000,- DM.

              

Weitere Informationen bei:

 

Ralf Müller

Sonnenstraße 1

97535 Wasserlosen

 

Tel.: 09726/909193

Fax: 09726/2737

Handy: 0160/7000333

Email: Ralf@ttsc-racing.de